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Sellin

Das Ostseebad Sellin erfreut sich dank seiner bevorzugten Lage inmitten einer wunderschönen Naturlandschaft seit dem späten 19. Jahrhundert als Bade- und Urlaubsort einer stetig zunehmenden Beliebtheit. Zwischen den Stränden der Ostsee und den Gestaden des Selliner Sees gelegen, zählt Sellin neben Binz und Göhren zu den bedeutendsten Badeorten auf Rügen.

Der Ort Sellin wurde 1295 als Zelinische beke erstmals urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich vom Zelino für grün und bek für Bach ab. Er bedeutet also Grünbach. Über die Jahrhunderte gehörte das alte Fischer-Bauern-Dorf der Familie von Putbus. Der Ort war bis 1326 Teil des Fürstentums Rügen und danach des Herzogtums Pommern. Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 wurde Rügen und somit auch das Gebiet von Sellin ein Teil von Schwedisch-Pommern. Im Jahr 1815 kam Sellin als Teil von Neuvorpommern zur preußischen Provinz Pommern und wurde 1818 Teil des Landkreises bzw. Kreises Rügen.

Seit 1880 entwickelte sich das Dorf rasch zu einem mondänen Badeort. Im Jahr 1898 wurde der Kaufmann Hermann Holtz auf Wunsch des Fürsten zu Putbus zum Gemeindevorsteher Sellins gewählt. Später wurde er auch Vorsitzender der Kur- und Badedirektion. Auf seine Initiative entstand das Warmbad, das Gebäude der heutigen Kurverwaltung. Es entstand ein Kurpark mit Springbrunnen sowie ein Tennisplatz. 1912 erfolgte der Bau der evangelischen Gnadenkirche; im selben Jahr wurde die katholische Kirche Maria Meeresstern geweiht.

In den Jahren von 1952 bis 1955 war der Ort dem Kreis Putbus zugehörig und gehörte von 1955 bis 1990 zum Kreis Rügen im Bezirk Rostock. Seit dem 3. Oktober 1990 gehört die Gemeinde zum Land Mecklenburg-Vorpommern.

1953 erfolgte – wie in anderen Ostseebädern im Gebiet der DDR – auch die „Aktion Rose“, die mit Vertreibungen, Umsiedlungen und Verhaftungen auf die Enteignung privater Hotel- und Pensionsbesitzer abzielte und für fast 40 Jahre zu grundlegenden Änderungen der Eigentumsstruktur führte. 1960 brannte die Gnadenkirche zum Teil ab.

1978 wurde oberhalb des Seebads ein Erholungsheim des ZK der SED errichtet, das heutige „Cliff-Hotel“. Es hatte ein großes Schwimmbad, Kegelbahn und Kinosaal, sowie einen Fahrstuhl zum Strand.

Nach der politischen Wende des Jahres 1989 wurde die Bausubstanz des Ortes in weiten Teilen erneuert. Ab 1992 wurde die Seebrücke Sellin wieder errichtet; sie wurde am 2. April 1998 offiziell eingeweiht.

Im Südosten des Ortes entstand in den 1990er Jahren ein neues Wohngebiet in dem fast ausschließlich Ferienappartements gebaut wurden. Größe und Anzahl dieser Neubauten stehen heute im Kontrast zum vormals historischen Ortsbild dieses Seebads.